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Wieder zu Hause

Seit einigen Tagen bin ich ich wieder zu Hause. Endlich habe ich heute meine Fotos auf das Laptop übertragen und angefangen zu sichten. Insgesamt stand mein Urlaub unter keinem guten Stern. Es ging mir schon nicht so richtig gut, als ich losfuhr, aber wir hatten schon vor Monaten einen Tagesausflug von Leipzig zum Schiffshebewerk Niederfinow gebucht, also musste ich trotz der Hitze, die zu dieser Zeit herrschte, meine Reise antreten.

Am Tag zuvor fuhren wir nach Leipzig, zum einen, um meine Schwester in ihrem Altenheim zu besuchen, zum anderen hatten wir noch beim Reisebüro etwas zu klären wegen der für Februar geplanten Reise. Meine Schwester trafen wir in einem optisch sehr guten gepflegten Zustand an, aber körperlich und geistig hat sie weiter sehr abgebaut. Leider hat die Eigentümerin des Gebäudes in der Leipziger Innenstadt andere Pläne mit ihrer Liegenschaft, so dass dem Pflegeheim zum 30.11.2022 gekündigt wurde. Jeder Bewohner muss sich nun selbst um eine andere Unterbrigung kümmern. Das macht mich einigermaßen fassungslos. Aber die gerichtliche Betreuerin und meine Nichte werden hoffentlich ein adäquates Haus für sie finden. Ein Umzug in andere Einrichtungen wird für die überwiegend demenzkranken BewohnerInnen sicherlich sehr schwer zu verkraften sein.

Am 26. August traten wir den Tagesausflug zum

Schiffshebewerk Niederfinow an

Vier Stunden dauerte die Busfahrt nach Oderberg. Während der Fahrt nervte der sogenanne „Reiseleiter“ mit unglaublichem inkompetentem selbstdarstellendem Gequatsche. Es gab keinerlei Informationen zum Ablauf des Tages, zum Schiffshebewerk oder des Kloster Chorins in unmittelbarer Nähe. Trotz allem war es ein schöner Ausflug.

Wir stiegen in Oderberberg auf ein Schiff und fuhren bei herrlichem Wetter über den Oderbergsee in reichlich einer Stunde zum Schiffshebewerk Niederfinow am Oder-Havel-Kanal.

Das alte Schiffshebewerk wurde 1934 nach nur 7-jähriger Bauzeit in einer Stahlkostruktion aus einfachem Baustahl errichtet. Etwa 5 Millionen Nieten wurden dabei verarbeitet. Immerhin ist eine Hubhöhe von sage und schreibe 36 Metern zu überwinden. Das Schiff wird in einem Trog praktisch wie im Fahrstuhl nach oben bzw. nah unten gehoben.

Die Hubhöhe von 36 m wird in nur 5 Minuten überwunden. Der Trog hängt an 256 Seilen, die erstmals im Winter 1984/85 erneuert wurden. Als ich erstmals Anfang der 80ziger Jahre bei einem Betriebsausflug das beeindruckende Bauwerk von der Landseite besuchen durfte, erzählte der alte Käptn schon von der geplanten Erneuerung. Sie hätten jedoch darum gebeten, die Erneuerung bis nach dem 50-jährigen Jubiläum zu verschieben, denn sie wollten wenigstens 50 Jahre havariefrei arbeiten.

Die Seile laufen über Seilscheiben zu den Gegengewichten, die das gleiche Gewicht wie der Trog haben. Zum Ausgleich der wandernden Seillast von ca. 90 t dienen die 4 Seilgewichtsausgleichsketten. Der Trog ist durch 4 Drehriegel gegen Absturz gesichert. Die Kanalbrücke verbindet das Schiffshebewerk mit dem Oberhafen. Er ist, ebenso wie die sich anschließende Kanalstrecke (22,5 km), mit einer Tonschicht abgedichtet.

TECHNISCHE DATEN:
Hebewerk: 94 m lang, 27 m  breit, 52 m hoch;
Trog: 82,5 m lang, 12 m breit, 2,50 m Wassertiefe;
Gewicht des wassergefüllten Troges: 4.300 t;
Hubhöhe: 36 m; Hubdauer: 5 min; 
Dauer einer Schleusung: 20 min

Diese Informationen habe ich mir bei Google herausgesucht.

Neben dem alten historischen Schiffshebewerk entstand in den vergangenen Jahren ein neues Bauwerk, dass sich gerade in Probebetrieb befindet. Es soll nach „nur“ zwölfjähriger Bauzeit im Oktober 2022 eröffnet werden. Ich frage mich immer wieder, wie es damals gelang ohne Computer und sonstige Hilfsmittel solche Bauwerke zu konstruieren ohne nennenswerte Technik zu errichten und nun schon seit 88 Jahren zu betreiben. Das alte Schiffshebewerk soll noch 5 Jahre betrieben und danach als technisches Denkmal erhalten bleiben. Und hier noch einige Fotos, die Auswahl fällt mir natürlich wieder schwer:

Einen Ausflug zum Schiffshebewerk Niederfinow kann ich jedem empfehlen. Von der Landseite habe ich das Schiffshebewerk in den vergangenen 40 Jahren mehrfach besucht. Da meine Freundin dieses Bauwerk bisher nicht kannte, haben wir uns für diese Busreise entschieden. Das Heben und Senken des Schiffes und die knapp dreistündige Schiffstour waren ein schönes Erlebnis. Ja, dieser Tagesausflug hat sich wirklich gelohnt, wenn die An- und Abreise von Leipzig auch ziemlich weit waren. Aber im bequemen Reisebus konnte man das gut aushalten.

Demnächst kommt noch so einiges von diesem Urlaub, also bleibt schön neugierig und vor allem gesund!

6 Gedanken zu „Wieder zu Hause“

  1. Ach Hedwig, das tut mir leid, dass dein Urlaub unter einem unguten Stern gestanden ist!
    Aber, auch wenn der Reiseleiter nervig gewesen ist, so hast du doch einen schönen Tag am Schiffshebewerk verbracht und gibst und interessante Daten!
    Ich hoffe, dass für deine Schwester ein gutes neues Heim gefunden werden kann, in dem sie gut versorgt werden wird und in dem sie sich wohlfühlen kann!
    VG
    Christa

    Gefällt 1 Person

    1. Danke liebe Martha, das hoffe ich sehr, zumal das schon das zweite Heim ist, in dem sie wohnt. Im ersten war sie sehr vernachlässigt, so dass wir sehr froh waren, wie gut ihr Pflegezustand in diesem Haus ist.
      Das Schiffshebewerk ist wirklich sehenswert, auch die Schifffahrt war sehr schön, man muss mal recherchieren, von Oderberg aus gibt es viele Schiffstouren..
      Liebe Grüße Hedwig

      Gefällt 1 Person

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