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Traurige Gewissheit

Ja, nun bin ich mir sicher, Familie Socke ist nur noch zu dritt. Meine Stammleser kennen sie ja schon lange, die Familie Socke. Eine Schwanenfamilie. Wieso heißt eine Schwanenfamilie „Socke“? Ganz einfach, im Winter 2019/20, der ja eigentlich gar kein Winter war, dümpelte an der Futterstelle an der Amazonenbrücke in Wolgast immer ein einsamer Schwan herum. Er war sozusagen eine richtige „arme Socke“. Was war ich froh, als er im Frühjahr eine Braut fand. Naja, vieleicht war ja auch die arme Socke eine Dame und fand einen Bräutigam. Ich weiß es nicht, entschied mich jedoch für die erste Variante. Stolz zeigte Socke seiner Madam das schöne Revier in der Spitzenhörnbucht und die Liebesinsel. Diese ist für Menschen nicht erreichbar und daher ein ideales Brutrevier. Was war ich froh, als Familie Socke eines Tages stolz ihren Nachwuchs präsentierte. Fünf kleine Schwanenkinder wurden stolz vorgeführt:https://wordpress.com/read/blogs/128025175/posts/10492

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Ach, was war ich froh. Dann waren es nur noch vier, dann drei und zuguterletzt zwei Schwanenkinder. Diese wuchsen zu prächtigen Jungschwänen heran und übten mit ihren Eltern fleißig das Fliegen.

Oftmals, wenn die Möwen und Enten mit lautem Geschrei und Geschnattter verkündeten, dass es Frühstück an der Futterstelle gäbe, eilte Familie Socke flugs von der Liebesinsel zu Futterstelle. Auch die Jungspunde verlangten schon mal gierig nach Futter und zischten und fauchten, wenn es nicht schnell genug gereicht wurde. Dann kam der Winter und Familie Socke verschwand. Das war schon ungewöhnlich, denn in früheren Jahren waren im Winter immer sehr viele Schwäne an der Futterstelle präsent. Die waren oft so gierig, dass sie den Spaziergängern schon mal in die Jackentaschen langten und nach Fressbarem suchten.

Ich machte mir schon Sorgen um Familie Socke, denn ich hatte sie wirklich schon seit Wochen nicht gesehen. Vorige Woche entdeckte ich sie unter der Amazonenbrücke, konnt aber nur einen Jungspund ausmachen. Einen Tag später sah ich sie wieder, allerdings wieder nur zu dritt.

Gestern wurde es für mich zur Gewissheit, Famile Socke ist nur noch zu dritt:

Erschöpft sahen sie aus. Nun hoffe ich, dass ihre Lebensgeister zurückkehren und der Jungspund irgendwann eine eigene Familie gründen wird. In Zinnowitz sah ich vorgestern auch eine Schwanenfamilie mit nur einem Jungen. Auf den Äckern rings um Wolgast rasten wie schon in den Vorjahren größere und kleinere Schwanengruppen. Daher denke ich, dass man sich um den Fortbestand der Höckerschwanenpopulation keine Sorgen machen muss.

Aber etwas traurig bin ich schon, passt zu meiner gegenwärtigen Stimmungslage.

Ach wie schön, jetzt schau ich mal eben aus dem Fenster und erblicke einen Turmfalken beim Sonnenbad auf dem Kirchturm. Trauer und Freude wohnen also dicht beienander.

Nach dem Essen werde ich mal das Fahrrad aus dem Schuppen befreien, denn es soll ja bis Mittwoch schön werden. Momentan sind noch 6 Grad, viel wärmer soll es aber hier nicht werden.

Kommt gut in den Frühling!

8 Gedanken zu „Traurige Gewissheit“

  1. Dein Beitrag über „deine“ Schwanenfamilie Socke liest sich sehr interessant, teils mit vielen Glücksgefühlen und dann auch wieder irgendwie traurig, liebe Hedwig. Mir wurde immer gesagt, die Natur regelt sich selbst und ich denke, dass es auch so ist.
    Deine Fotos sind ganz toll und auch ich war gestern bei herrlichem Sonnenschein in unserem Naturschutzgebiet bei den Schwänen, wo kein Junges mehr zu entdecken oder von mir als Laien zu erkennen war.
    Genieße deine Radtour und hoffentlich viel wärmenden Sonnenschein, der die Stimmung hoffentlich wieder mit Freude belebt!🌞🍀
    Liebe Grüße von Hanne

    Gefällt 1 Person

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